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Taunus-Rhein-Main - Regionalgeschichtliche Sammlung Dr. Stefan Naas Historische Urkunden, Druckschriften und Ansichten aus dem TAUNUS und FRANKFURT [1294]

Urkunde des Heinrich von Braubach, Schenkung von Weinbergen an das Stift Wetzlar, 26. Juni 1294

Urkunde des Heinrich von Braubach, Schenkung von Weinbergen an das Stift Wetzlar, 26. Juni 1294 (Taunus-Rhein-Main - Regionalgeschichtliche Sammlung Dr. Stefan Naas CC BY-NC-SA)
Provenance/Rights: Taunus-Rhein-Main - Regionalgeschichtliche Sammlung Dr. Stefan Naas (CC BY-NC-SA)

Description

Inhalt:
Heinrich von Braubach, Kustos und Kanonikus der Wetzlarer Kirche, stiftet dieser zwei Weingüter als Schenkung zu Lebzeiten unter Verzicht auf alle Rechte, die die Schenkung schmälern oder behindern würden. Für den Fall des Verkaufs der beiden Güter zu Lebzeiten des Stifters wird ein jährliches Einkommen aus dem Erlös festgelegt. Nach seinem Tod soll der Ertrag der Güter unter den Canonici aufgeteilt werden, die jeden Samstag eine Messe zu Ehren der Jungfrau Maria lesen sollen. Ein Halbpfenning aus dem Ertrag kommt jedes Mal der Kirche zu.

Zeugen:
Abt Fredericus, Capellan des Klosters St. Alban zu Mainz, Marquardus von Nuvern, Wigand genannt Dythero, Heynemanus Gerberti, Conrad von Katzenfurt, Hermann genannt Selige, Hartradus Blide, Scabini aus Wetzlar „und noch weitere andere Zeugniswürdige.“

Beglaubigung:
Lt. Urkunde wurden angefügt: Siegel des Stifters, Siegel der Kirche von Wetzlar, der Kirche von Altenburg und des Conrad, Abt des Klosters St. Alban in Mainz.

Noch erhalten ein Fragment eines Wachssiegels ohne Abdruck, ein größeres Fragment mit dem Siegel des Wetzlarer Stifts.

Datumszeile: Anno D(omi)ni M. CC. nonag[esi]mo quarto. VI(to) kal(endas) Iulii. (26. Juni 1294)

Beschreibstoff und Zustand des Dokuments:
Pergament, dreimal längs und dreimal quer gefaltet. Umbruch mit vier Einschnitten für die Pergamentstreifen. Vier Pergamentstreifen am unteren Rand durch das Pergament gezogen, Reste eines Wachssiegels mit Darstellung einer sitzenden Person [?]. Wachsreste an einem weiteren Pergamentstreifen.

Sprache: Latein

Material/Technique

Pergament

Measurements

BxH 21 x 23,3 cm

Transcript

Original: Latin

In nomine d(omi)ni amen. Heinricus d(ict)us de Brubach custos et cano(ni)cus ecc(le)si(a)e Wetzlarien(sis) re- | cognosco et (con)fiteor in hiis sc(r)iptis q(uo)d vineas meas sitas in dimetis vill(a)e Brubach qua(rum) vna Flache | se(cun)da Cammirhart volgarit(er) appella(n)tur / cum Curia et vinea adiacente quam olim Fridericus pa- | truus meus tenuit et possedit / ad me ex successione he(re)ditaria libe(re) devolutas / et a meis cohere- | dibus separatas penitus et diuisas / dono et delego in his scriptis donatione facta inter viuos sine | omni (con)templatione mortis / sine modo, (con)dic(i)one et pacto. . Decano / Capitulo et ecclesi(a)e me(a)e Wetzla- | rien(se) ob salutem anim(a)e me(a)e et remedi(um) peccato(rum) progenito(rum) meo(rum) / ad habend(um) et tenend(um) | libe(re), pacifice & q(u)iete. / Hoc t(ame)n adiecto / quod tam p(er) me qua(m) per Decanu(m) et Capitulum p(re)d(ic)tos p(re)d(ic)t(a) | bona com(mun)i(ter) vendant(ur) emptori plus in p(re)cio offerenti / et de d(i)c(t)o pr(eci)o redditus in annona | (con)sistentes in ci(r)cu(m)stanciis Wetzlariensis o(p)pidi (com)parentur / quos ego habere volo et debeo temp(or)ib(us) | vit(a)e me(a)e / Post mortem vero me(am) de redditib(us) p(re)d(i)ct(is) ordino et volo q(uo)d quolib(et) die Sabbati unum | maldr(um) siliginis vendat(ur) et p(re)ciu(m) int(er) p(re)sentes cano(n)icos in divino officio dividat(ur). Ita ut in | d(i)cto sabbato missa de b(ea)ta et gloriosa vi(r)gine maria cu(m) ministris solle(m)pnit(er) decantet(ur) in qua missa | quilibet Cano(n)icus p(re)senci(am) p(er)cipiens leuem denari(um) pro sac(r)ificio offeret ad altare / Vendic(i)one | quoq(ue) bonor(um) p(re)d(ic)tor(um) fact(um) ac recepta pecunia pro eisdem q(uae) apud Cano(nic)os deponet(ur) / si pensio | annone no(n) fui(sse) co(m)p(ar)ata ut sup(er)ius est p(re)d(i)ct(um) /. Decanus et capitulu(m) p(re)d(i)ct(um) pro q(u)ibuslib(et) quatuordecim | marcis m[ihi?] marca(m) vna(m) annis singulis ministrabu(n)t / donec de p(re)cio bono(rum) meo(rum) p[re]d(i)cto(rum) c(er)ti reddit(us) | fuerint (com)p(ar)ati / quos debeo p(er)cipere sicut sup(er)ius est expressum / Renu(n)cio quoque in p(re)d[i]ctam dona(ti)one | mea ingentitudini excepc(i)oni / doli / mali de om(ni)a iuris suffragio cano(ni)ci ut ciuilis per q(uo)d p(re)d[i]cta | donac(i)o mea int(er) vivos pure f(a)c(t)a inpediri poss(et) ab aliquo [a]vt infringet : provideo quo(que) bona fide | q(uo)d iniquas volo [(com)raue_re?] per me ut in(ter)positis p(er)sonas ivbo ut opere / tacite (a)vt expresse. In cui(us) | me(a)e donation(i)s fidem / sigilli(um) meum una cum sigillis Eccl(e)si(a)e me(a)e p(re)d(ic)t(ae) necno(n) Eccl(e)si(a)e in Aldin / | burg / at ven(erabili) domini C[onradi] abbatis monast(er)ii s(an)c(t)i Albani Magu(n)tinen(si) que(m) appon(ere) rogavi, p(rae)sentib(us) | est appensum. Hui(us) donac(i)onis me(a)e testes su(n)t idem d[omi]n(us) Abbas Frederic(us) capellan(us) [suus?] / It(em) Marqu(ar)- | dus de Nuverm / Wigand[us] d(i)c(t)us Dythero / Heynema(n)n(us) Gerberti / Conrad(us) de Catzinfurt / Herman(n)us | d(i)ctu]s Selege / Hartrad(us) Blide / Scabini Wetslarien(se) et qua(m)plures alii fidedigni / Nos quoque Deca/ | nus et capitulum p(re)d(i)ct(um) recognoscim(us) nos huic donac(i)oni et form(a)e ipsius per om(n)ia (con)sensisse et in | fidem nostri co(n)sensus sigillu(m) nostru(m) p(rae)sentibus appendisse. Nos vero Conradus dei gr(ati)a abbas | monasterii s(an)c(t)i Albani p(re)d(i)c(t)i / et conue(n)tus eccl[es]ie in Aldemburg (con)fitemur et testamur q(uod) a Deca- | no / Capitulo et. ex. Custode p(re)d(i)c(t)is rogati sigilla n(ost)ra duxim(us) p(re)sentib(us) appende(n)da / Act(um) et da- | tum Anno D(omi)ni M. CC. nonag[esi]mo quarto. VI[to] kal[endas] Iulii. –––. [Transkription: Dr. Stefan Krüger, Frankfurt am Main]

Translation of transcript: Deutsch

Im Namen des Herrn, Amen. Heinrich genannt von Braubach, Kustos und Kanonikus der Kirche von Wetzlar erkenne an und verkünde in diesem Schriftstück: Meine im Gebiet der Stadt Braubach gelegenen Weinberge, deren einer gemeinhin Flache, der andere Cammirhart genannt wird, mit Landgut und anliegendem Weinberg, welche einst mein Vater Fridericus unterhalten und besessen hat, und die in freier Erbfolge auf mich übergegangen und von meinen Miterben gesondert und unterschieden sind, schenke und überlasse ich mittels dieses Schreibens, als Stiftung unter Lebenden und ohne jede Verfügung im Fall des Todes, ohne Einschränkung, Bedingung oder Abmachung dem Dekan, Kapitel und meiner Kirche in Wetzlar um meines Seelenheils Willen und zur Buße der Sünden meiner Vorfahren, dass sie es besitzen und behalten sollen frei, in Frieden und in Ruhe. Hinzugefügt sei dennoch, falls sowohl durch mich als auch durch den Dekan und das vorgenannte Kapitel gemeinsam die oben genannten Güter dem meistbietenden Käufer verkauft werden sollten: Und vom genannten Preis sollen jährliche Einkünfte aufgeboten werden, entsprechend solchen aus der Umgebung der Ortschaft Wetzlar, welche ich zu meinen Lebzeiten haben will und muss. Nach meinem Tode verfüge ich über die vorgenannten Einkünfte, dass an jedem Samstag ein maltrum Weichweizen verkauft und der Erlös unter den bei der heiligen Messe anwesenden Canonici verteilt werde. So dass an besagtem Samstag der seligen und glorreichen Jungfrau Maria eine feierliche Messe mit Messdienern gesungen werde. In dieser Messe bringe der Canonicus, [der die Wandlung vollzieht?], einen Hohlpfennig als Opfer zum Altar. Falls jedoch der Verkauf der vorgenannten Güter vollzogen und das daraus erlöste Geld den Canonici übergeben, jedoch nicht, wie oben vorgeschrieben, meinem jährlichen Einkommen zugerechnet worden ist, so sollen mir der Decanus und das oben genannte Kapitel für je vierzehn Mark eine Mark abgelten, solange bis aus dem Erlös meiner Güter das feste Einkommen abgegolten ist, das ich wie oben ausgeführt einnehmen muss. Ich verzichte auch in meiner oben genannten Stiftung – ausgenommen List oder Übles – auf jedes kanonische oder zivile Stimmrecht wodurch meine vorgenannte, rechtschaffen unter Lebenden vorgenommene Stiftung von jemandem behindert oder gebrochen werden könnte. Zur Beglaubigung dieser meiner Stiftung ist mein Siegel angehängt, zugleich mit dem Siegel meiner oben genannten Kirche sowie der Kirche von Altenburg und des ehrwürdigen Herrn Conrad, Abt des Klosters St. Alban in Mainz. Zeugen dieser meiner Schenkung sind einmal der Herr Abt Fredericus, sein Capellan, dann Herr Marquardus von Nuvern, Wigand genannt Dythero, Heynemanus Gerberti, Conrad von Katzenfurt, Hermanns genannt Selige, Hartradus Blide, Scabini aus Wetzlar und noch weitere andere Zeugniswürdige. Auch wir, der vorgenannte Decanus und das Kapitel erkennen diese Schenkung und ihre Rechtsform an und stimmen in allem überein & hängen zum Zeichen unseres Einverständnisses unser Siegel an. Wir wahrlich, Conrad, von Gottes Gnaden Abt des zuvor genannten Klosters St. Alban und der Convent der Kirche von Altenburg bekennen und bezeugen dass wir auf Bitten des Decanus, des Kapitels und des vorgenannten Kustos unsere Siegel anfügen. Ausgeführt und gegeben im Tausend Zweihundert und vierundneunzigsten Jahre des Herrn, am sechsten Tag zu den Kalenden des Juli. [Übersetzung: Dr. Stefan Krüger, Frankfurt am Main]
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Wetzlar
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Object from: Taunus-Rhein-Main - Regionalgeschichtliche Sammlung Dr. Stefan Naas

Um die Geschichte des Rhein-Main-Gebietes, insbesondere die der Stadt Steinbach am Taunus und ihrer Nachbarkommunen zu dokumentieren und zu erhalten, ...

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